Isabelles blog

Wie ich wurde, was ich bin

Devot oder doch nicht?


Ich! Bin! Nicht! Devot! Ich doch nicht. Mit Vehemenz habe ich bestritten, devot zu sein. Allein der Gedanke an Dienen hat ein Gefühl von Übelkeit in mir hervorgerufen. Lustempfinden durch Schmerz hat mich schon lange beschäftigt. Wie lange? Einen konkreten Anfang kann ich nicht definieren. Gedanken daran blühten auf und verschwanden und je älter ich wurde, je häufiger tauchten sie auf und je länger verweilten sie in meinem Bewusstsein, bevor sie wieder ins Unterbewusste abtauchten. Meine Vorstellungen waren gekennzeichnet von dem Wunsch nach Bestrafung; Bestrafung für meine Lust, die wiederum Lust erzeugte, die wiederum Bestrafung erforderte, ein Zirkelschluss.

Du hast mich verändert. Du hast mir das „du darfst“ gegeben, ‚du darfst Lust empfinden‘. Mehr noch, Du hast angeregt, mir so oft wie möglich selbst Lust zu verschaffen und es zu genießen. Dein „touch and go“ habe ich immer noch im Kopf. Das war sicherlich einer der Gründe für meine Hingabe und meinen Gehorsam. Bei Dir wusste ich mich in guten Händen, Du hast mir erlaubt, was ich mir selbst nicht gestattete. Die Bestrafung meiner Lust wurde damit irrelevant.

Du hast meine devote Neigung sofort erkannt, hast sie aus meinen Geschichten herausgelesen und mich dann langsam, Schritt für Schritt an sie herangeführt. Deine Dominanz wurde durch Deine Empathie noch unterstrichen. Du wusstest meist, wie weit Du gehen konntest, dabei hast Du nach und nach die Grenzen erweitert und ich bin dir willig gefolgt. Manchmal mit etwas Widerstand aber nie wirklich widerstehend. Wie denn auch, bereits zu Beginn hat ein einziges Wort genügt als Zündfunke: „…das ist ein Befehl!“ Von diesem Augenblick an war ich Dir verfallen. Dieser kleine Satz hat an meinem Gehirn vorbei direkt in das Zentrum meiner Lust getroffen. Gelegentlich aufflackernde Widerstände waren einzig dem verbliebenen Rest meiner Scham geschuldet, die Du mir im Laufe der Zeit schließlich auch ausgetrieben hast.

Wann wurde mir meine devote Neigung klar? Genau bestimmen kann ich auch das nicht. es war ein Prozess, ein Prozess über Wochen. Es waren Deine subtilen Anspielungen und Anregungen, die mich langsam dahin geführt haben. Wohin aber nun mit meinem Wunsch nach Bestrafung, der bislang meine Lusterzeugung dominiert hat? Der Sadist in Dir brauchte kein Fehlverhalten, um das Objekt seiner Begierde zu bestrafen. Du quältest aus Lust an der Lust Deines Objekts an der Qual. Und wieviel Lust mir deine kleineren und größeren Quälereien breitet haben, die um ein Vielfaches subtiler und ausgefeilter waren, als ich mir in meiner Phantasie je hätte ausmalen können. Mein Wunsch nach Bestrafung trat weit dahinter zurück, verschwand aber nicht ganz. Immer mal wieder beging ich kleine Renitenzen, um Dich herauszufordern, mich noch etwas mehr zu quälen. Doch du hast sie regelmäßig ins Leere laufen lassen, was für mich auch eine Art von Qual bedeutet hat, wenngleich keine lusterzeugende.

So wuchs meine devote Neigung und drängte nach und nach mein masochistisches Lustgefühl in den Hintergrund. Am Ende unseres Austauschs war ich nur noch bestrebt, Dir Freude und Lust zu bereiten, denn Deine Lust bedeutete meine eigene Lust und Erregung. Mehrere Übungen zur Vertiefung meines Gefühls, Deine Sklavin zu sein, trugen wesentlich dazu bei. Bedauerlicherweise hast Du irgendwann einmal konstatiert, Du wünschtest Dir meine Lust aus mir selbst heraus, unabhängig von Dir, und das nach all der Zeit, die Du mich zu der Deinen gemacht hast. War das bereits der Anfang vom Ende?

Aus heutiger Sicht empfinde ich meine devote Veranlagung als die bestimmende, zumindest Dir gegenüber. Bis jetzt bin ich keinem Mann mehr begegnet, der meine Hingabe verdient hätte.

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