Isabelles blog

Wie ich wurde, was ich bin

Hingabe


Hingabe: „Unter Hingabe versteht man den von rückhaltloser innerer Beteiligung geprägten Einsatz eines Menschen für eine Angelegenheit oder eine Person, die für den Betreffenden von höchstem persönlichem Wert ist“, (Wikipedia)

Die Hingabe an eine Angelegenheit kannte ich schließlich. In jeder Minute meiner Freizeit habe ich mich der Gestaltung von Wänden und Böden oder der Aufarbeitung der alten Balken meines Fachwerkhauses hingegeben und dabei Raum und Zeit und die Existenz der Außenwelt völlig vergessen. Den Wert dieser Angelegenheit konnte ich schließlich in Euro messen.

Meine Hingabe an Dich war unübersehbar sexuell konnotiert, und der Wert, der sich für mich daraus ergab, zeigte sich durch meine höchste je erlebte erotische Erregung, verursacht durch Dich.

Weiter schreibt Wikipedia: „Die Hingabe ist dem Engagement, der Anstrengung, dem Eifer und der Leidenschaft verwandt; ihre Bewegung ist jedoch nicht ein aktives Drängen, sondern ein Zuwenden, Sich-Öffnen und Empfangen“.

In der Hingabe an meine Angelegenheit der Restauration konnte ich ein Empfangen nicht erkennen. Im Hinblick auf die sexuelle Annäherung war meine Bereitschaft zu Empfangen jedoch ein Schlüsselelement, artikuliert als Bereitschaft der Protagonistin einer meiner Geschichten, die Ohrfeigen ihres Herrn zu empfangen. Daraufhin erhielt ich Deinen nächsten Kommentar. Es zeigte mir einerseits, dass Du meine Geschichten gelesen hattest, was mich freute, und andererseits, dass Dir nicht an meiner Qual als solcher gelegen war, sondern an meinem Wunsch und meiner Lust, von Dir gequält zu werden. Ein neuer Gedanke tangierte meine Hirnwindungen. Könnte es sein, dass meine Lust, Dir Lust zu bereiten, größer war, als meine Lust schlechthin gequält zu werden?

Meine bisherigen Phantasien bauten immer auf der Qual auf, ausgeführt von einer gesichts- und namenlosen Person, kalt und technisch, ohne Empathie und ohne persönliche Bindung. Mein reiner Masochismus verlor an Bedeutung durch mein wachsendes Bedürfnis, Objekt Deiner Lust zu sein und Deine Wünsche zu erfüllen. Ich stellte fest, dass meine Hingabe an Deine Führung mich weit mehr erregte, als irgendwelche Phantasien meinerseits. Du hast meine Hingabe nicht nur angenommen, Du hast sie mir entlockt. Mit jeder weiteren Annäherung unserer sexuellen Präferenzen wuchs meine emotionale Bindung zu Dir, die sich bald zu Verliebtheit, ja sogar zur Liebe steigerte.

Und fast zwangsläufig stellte ich mir die Frage: Bin ich devot?
Für Dich stellte sich diese Frage nicht, Du wusstest es bereits.

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